Lebenslauf Stephan
Es war im Frühjahr 1967 als mein Vater bemerkte, dass meine Mutter irgendwie runder in der Taille wurde. Ein erschreckender Verdacht wurde vom Arzt bestätigt, meine Mutter war im fünften Monat schwanger. Meine Eltern erzählten mir, dass sie sich nach dem ersten Schrecken total auf mich gefreut haben, aber deckt sich das mit der Geschichte, das meine Mutter nach einigen Gläschen Wein so einige Sprünge vom Sofa gemacht hat um mich abzuschütteln ? Egal. Jetzt wisst ihr warum ich halt gerne mal ein Gläschen mehr trinke. |
![]() |
|
Hoppla jetzt komm´ ich !!! Am morgen des 21. August 1967 erblickte der kleine Stephan das Licht der Welt. Dank einer Blutgruppenunverträglichkeit meiner Eltern leider quitten-gelb. Also her mit den Bluttransfusionen. An dieser Stelle fordere ich alle die schon lustige Feste mit mir gefeiert haben auf, spendet Blut, was könnten folgende Generationen von Teenagern verpassen, wenn Deppen wie ich den ersten Tag nicht überleben würden ! Spätestens nach diesem Satz wissen selbst die, die mich vielleicht nur flüchtig kennen, dass ich eine große Klappe habe, aber ist das ein Wunder, wenn man als quängelnder Säugling in den großen Saal einer Gastronomie geschoben wird? Da muß man halt ein bischen lauter werden um auf sich aufmerksam zu machen. Schließlich war ich das neueste und wichtigste Mitglied der Familie. Fressen, quaken, kacken, mit den Armen rudern und dabei sabbern waren anfänglich meine Lieblingsbeschäftigungen, na ja ab und zu vielleicht auch das „bin ich nicht lieb und niedlich“ Lächeln, wenn Fremde im Haus waren. Ich finde ich war ein ganz normales (Tyrannen-) Baby. Meine erste Erinnerung ist ein schwankender Himmel und das Gesicht meines Vaters. Mit Papa auf der Mausi. Einer Nussschale mit Außenborder die meinem Vater gehörte. Fördeschippern fand ich schon immer Klasse, was bei späteren Herrentagsturen gern unter Beweis gestellt wurde. Selbst ich lernte auf eigenen Füßen laufen und sprachlich auf meine Wünsche hinzuweisen. Mit meiner Schwester zusammen ging ich in den dänischen Kindergarten, aber auch nur solange, wie meine Schwester in diesen Kindergarten ging. Schließlich war ich auf einmal schutzlos sämtlichen Widersachern ausgeliefert. Keine große Schwester mehr die alle verhaut, die mir zu nahe kommen nachdem ich sie getriezt hatte. Ich war ein lebhaftes Kind und wusste, dass ich zu Höherem geboren war. Also war mir auch keine Mauer und kein Baum zu groß auf die ich stieg und kletterte. Wer hoch fliegt kann tief fallen. Dieser Satz wurde für mich erdacht. Neben der Aufzucht kleiner Kinder waren meine Eltern dann auch noch damit beschäftigt, mich des öfteren in Krankenhäuser zu fahren um Platzwunden wieder zu schließen, nachdem mich irgendwer mal wieder blutend und weinend irgendwo am Boden liegend fand und zu meinen Eltern brachte. Da ich meine ersten fünf Lebensjahre in der St.Jürgenstraße in der Nähe der Stadt und des Hafens verbrachte, lag für mich die erste Begegnung mit den netten Beamten mit den grün-beigen Anzügen nahe. Ich wollte nicht Feuerwehrmann werden, ich wollte Polizeiauto fahren ! Was lag näher, als als Viereinhalbjäriger in die große Stadt zu gehen und an der Tür des Reviers zu klingeln. Einer der netten Beamten bestellte dann meine Mutter, die dachte ich spiele hinterm Haus, zu uns. Sie kam peinlich berührt ins Büro und sah mich mit echter Polizeimütze auf dem Schreibtisch sitzend mit einem der Beamten ein informatives Gespräch führen. Und dann meine Lieben ging´s im Dienstwagen aber leider ohne Blaulicht nach Hause. |
Der Ernst des Lebens Der Spruch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre, war mir noch nicht geläufig, aber dass Schule nicht immer allen Kindern Spaß macht lernte ich schnell. So ging ich in den ersten Tagen auch einfach nach Hause, wenn ich keine Lust mehr hatte. Sehr zur Ungnade der Lehrer und meiner Eltern. OK ! Dann beschäftige ich halt meine Mitschüler, wenn mir langweilig wird. Diese Einstellung führte in den Zeugnissen dann zu folgenden Sätzen. Ich zitiere wörtlich: Fruerlundschule 1b 1.Hlbj. „…,stört aber auch bisweilen sich und andere durch seine Lebhaftigkeit.“ 1b 2.Hlbj. „Leider ist er noch sehr verspielt und ständig abgelenkt und unkonzentriert.“ 2b 1.Hlbj. „Stephan kann schlecht mit anderen Schülern zusammen arbeiten. Er verbreitet viel Unruhe, ist unkameradschaftlich und streitsüchtig.“ 2b 2.Hlbj. „Sein Verhalten ist oft noch unkameradschaftlich und streitsüchtig.“ 3b 1.Hlbj. „Leider verbreitet er noch viel Unruhe und stört seine Mitschüler dadurch erheblich.“ 3b 2.Hlbj. „Seine Unruhe und Zappeligkeit stören nach wie vor erheblich. Da er sich nicht um Kontakte bemüht, bleibt er ein Einzelgänger in der Klasse.“ 4b 1.Hlbj. „Leider versucht St. immer wieder, seine Nachbarn zu stören und abzulenken.“ 4b 2.Hlbj. „Er ist oft abgelenkt und beteiligt sich nur am Unterricht, wenn er Lust hat.“ Realschule Flensburg Ost 5a 1.Hlbj. „häufig abgelenkt, stört sich und andere“ 5a 2.Hlbj. „nicht ohne Tadel (Verstöße gegen die Schulordnung), undiszipliniert, stört sich und andere“ Ich sage mal das wiederholt sich, ich konzentriere mich auf die „Highlights“ 6te wiederholt, schriftliche Verweise, Strafversetzung in Parallelklasse, Beurlaubung, und letztendlich der Schulverweis. Auf der neuen Schule gleich eine Ehrenrunde. Und nach 12 Jahren endlich der Realschulabschluss. Nie mehr Schule !!! Konnte ein Musterschüler wie ich glücklicher sein ? Mehr möchte ich dazu hier nicht schreiben. |
|
|
Teenager werden ist nicht schwer… Meine Kindheit war erfüllt von LEGO-Bauwut, Cowboy und Indianer, und geprägt durch Sesamstraße (damals z.T. noch auf englisch), Rappelkiste und nicht zu vergessen Peter Lustig. Wenn ich gerade nicht in der Schule war, war ich tatsächlich ein normales, liebes Kind. Ich liebte Schokoriegel wie Banjo und Raider, wurde 2 Tage bevor das nächste Yps-Heft erschien langsam zappelig, schummelte mich mit 11 Jahren bei Grease ins Kino, war hinterher mindestens so cool wie John Travolta und verliebt in Olivia Newton John. Apropos verliebt. Als ich meinen Sohn am dritten Kindergartentag abholen wollte, konnte ich ihn nicht finden und fragte einen seiner Kameraden nach ihm. Die Antwort: „Der ist da hinten und küsst mit Svea.“ Ich war schockiert !!! Mein Hase ist doch erst 4 !!! Als ich dieses leicht verschämt meiner Mutter erzählte, grinste sie und sagte: „Tja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Ich hatte immer kleine Freundinnen, aber an so etwas kann ich mich nicht erinnern. Trotzdem stellte ich irgendwann fest, dass es ein anderes Geschlecht gab, und ich mich dafür zu interessieren begann. Kleine Liebeleien die ersten Küsse, das erste kleine Herzweh, so für 1 bis 2 Tage. Dann kam Sie! Meine erste Liebe. Ein süßer kleiner Rauschgold(b)engel. Meine Birgit. Eigentlich wollte ich auf der Party ihre beste Freundin fragen, ob sie mit mir gehen wolle, doch Birgit war schneller und ich so überrascht, dass ich ja sagte. Nach drei Tagen war ich der verliebteste 13jährige der Welt. 2 Wochen später der traurigste. Sie hatte mich verlassen. Freie Bahn für die beste Freundin. Aber meiner Birgit habe ich trotzdem ein Jahr hinterher getrauert. Es folgten Gaby´s, Beate´s, Susanne´s, Petra´s. Aber auch ernstere wie Viola. Ein paar Lene, Lone, Lane´s von unseren skandinavischen Nachbarn. Bis aus irgendeiner Tollerei Ulrike und ich zueinander fanden. Sie war noch süße 17 und ich 21. An dieser Stelle möchte ich Dank sagen. Kaum ein Mensch hat mich so positiv verändert. Sie besitzt Ehrgeiz und Biss. Das färbte mit der Zeit auf mich ab und prägte meine berufliche Laufbahn. Doch dazu später. Nach sieben schönen Jahren hatten wir uns auseinander gelebt und ich die schmerzhafteste Trennung meines bisherigen Lebens. Ich zog auf die wunderschöne Insel Sylt und „genoss“ mein Single-Leben. Bis mir eine Freundin eine Kollegin vorstellte. Sabine. Diese schicksalhafte Begegnung bescherte mir 1997 unseren Sohn Maurice und meine erste Ehe. Ein dunkles Kapitel begann und endete am 10. Mai 2000 mit unserer Scheidung. Am gleichen Tag verlobte ich mich mit Nicole. Die Geschichte, wie wir uns kennen lernten findet Ihr an anderer Stelle auf dieser Homepage. Was da aber nicht steht ist die Tatsache, dass erst sie mir gezeigt hat, was es heißt, eine Partnerin wirklich zu lieben, was es bedeutet, wirklich geliebt zu werden und dieses zu zulassen. Wozu so was im schönsten Falle führt, seht Ihr hier an dieser Homepage. |
Wenn ich groß bin will ich Bonbonverkäufer werden. Fast immer wenn ich mit meinen Eltern in der Stadt war führte uns unser Weg durch Hertie und Hertie besaß die größte Bonbonabteilung, die ich mir als Kind vorstellen konnte. Gläsergalerien voller bunter Lutscher, Drops, Lakritz und Kaugummis. Die Versuchung pur für ein Kind. Für mich stand fest: Das ist dein Traumjob! Bonbonverkäufer! Als von der Schule zum pflichtbewussten Teenager geprägten Berufseinsteiger, war mir klar was ich wollte. Ich legte mich erstmal für ein Dreivierteljahr auf die faule Haut und überlegte mir bestimmt täglich was aus mir werden sollte. Nur mit überlegen und den Eltern auf der Brieftasche liegen kommt man aber leider auch nicht weiter. Ich beschloss den Karrieresprung und wurde Parkplatzwächter. Das hatte einen großen Vorteil, ich hatte Geld ! Leider aber auch einen Nachteil. Die interlektuelle Herausforderung dieses Jobs verschaffte mir noch mehr Zeit zum Nachdenken. Also doch in die Berufsausbildung. Drei Bewerbungen. Drei Einladungen zum Vorstellungsgespräch. Drei Zusagen. Bei der Post sogar einer von 60 genommenen von knapp 500 Bewerbern. Mein Gott war ich begehrt !!! Telekommunikationselektroniker bei der Post, Möbelverkäufer bei Callesen oder Kaufmann im Groß- und Außenhandel beim Dachdeckereinkauf Nord e.G. Groß ist immer gut und Außenhandel roch nach der weiten Welt. Fing auch alles ganz nett an und die Azubine im 2. Lehrjahr fand ich auch ganz lecker. Groß denken !! Warum die Azubine wenn man die doppelt so alte Chefsekretärin haben kann ? Nach vier Monaten verließ ich die Sekretärin und die Firma. Und dann schlug meine große Stunde. Wo wurde für die Weihnachtszeit ein Verkäufer gesucht. In der Bonbonabteilung bei Hertie. Ich weis warum ich jetzt vier Kronen habe. Danach dachte ich mir nutze die Zeit um deine Zukunft zu planen und Geld zu verdienen. Wo konnte ich das besser als auf meinem Parkplatz. Nach anderthalb Jahren kam die zündende Idee. Sitzen und nicht viel tun gefiel mir, aber 8 Stunden am Tag nichts anderes sehen als meinen Kollegen auf der anderen Straßenseite nicht. Nach einem Jahr brauchst du keine Uhr mehr vor dir. 7:35h er trinkt seinen ersten Kaffee. 8:15h er holt Brötchen vom Typhusgrill. Oh es ist Dienstag er hat auch die Bravo mit. 9:31h er kratzt sich an den Eiern und geht kacken bis 9:39h. „Flotter Otto“ kommt hinterher über die Gegensprechanlage. |
|
![]() |
Also, sitzen, nichts tun und was sehen von der Welt. Wie beim Fernsehen. TATA!!! Ich werde Taxifahrer ! Last es Euch sagen, macht auch nicht wirklich glücklich. Also zurück Richtung Ausbildung. Ein Zeit seines Lebens hart an sich arbeitender Mensch wie ich bekommt von den anderen Steuerzahlern und Vater Staat dann sogar eine Umschulung geschenkt. Dachdeckereinkauf war nischt. Aber Dachdecker das wär´s doch. Gesagt getan. Ein toller Beruf. Man lernt Mörtel anmischen. Man lernt das Bitumen auch essbar ist. Man lernt dass man auf einer 8m Leiter beim Dachrinnenreinigen durch leichtes Ziehen an der Rinne mit der Leiter auch 2m weiter nach links und rechts kommen kann. Bitte nicht nachmachen und keinesfalls einen Leiterseitkippwinkel von 30° überschreiten. Und man lernt auch wie das aussieht wenn von einem Kirchenschiff ein Eimer mit Taubenscheiße 14m in die Tiefe fällt und ca. 20cm neben dem Gesellen explodiert. Erstaunlicherweise war der lustig gesprenkelte Geselle nicht böse, sondern nur froh, dass ich dem Eimer nicht gefolgt bin. Ein Wohnhaus mit 12 Stockwerken, ein kaputter Fahrstuhl und eine 30kg Gaspulle (zur Info die Dinger vom Campingplatz sind die kleinen 11kg Buddeln) wurden mein Waterloo. Nach dem 2. Stockwerk fühlte sich die an wie eine Tonne Blei. Nach dem 6. fühlte ich gar nichts mehr. Im 8. meinen Rücken und oben fühlte ich beim Absetzen der Gasflasche wie es meine rechte Schulter zerbröselte. Leider hat sie sich davon bis heute nicht wieder erholt. Also was macht man als Halbkrüppel ? Man fährt erst einmal wieder Taxi bis man die Schnauze wieder voll hat und sich überlegt, dass man es vielleicht mal mit leichterem Handwerk versucht. Fliegen für die Angler herstellen oder Federboabinder werden. Leider beides keine Ausbildungsberufe und den wollte selbst ich ja langsam mal. Weil ich immer so fleißig war, hatte der liebe Gott dann doch noch ein Erbarmen, führte mich zur Firma Fielmann nach Kiel und schenkte mir meine Berufung. Nach zweieinhalb Jahren war ich mindestens Prüfungsbester und frisch gebackener Augenoptikergeselle. Da ich mit dem Junior der Firma Optiker Bode zusammen gelernt hatte und wir uns mochten, war klar, dass ich da auch hin wollte. Nach einem halben Jahr in Flensburg, ging ich nach Hamburg zu Bode. Im August 94 stieg ich gegen den Willen des Personalchefs, aber weil mein Karsten mich so lieb hatte, ein und wurde wenig später stellvertretender Filialleiter erst in Altona und dann auf Sylt. Die Geburt meines Sohnes führte mich dann gegen meinen Willen zurück in die Arme von Günther Fielmann nach Landshut in Niederbayern. Auch da erschleimte ich mir den Posten des Stellis. Nein, ich habe wohl wirklich mal durch mein Engagement und meinen Fleiß überzeugt. Da meine Ehe nicht so verlief wie ich es mir vorgestellt hatte bewarb ich mich dann bei uns Olaf und nach einem halben Jahr stellten wir fest, dass es mit uns beiden so gut klappt, dass wir doch zusammen ein neues Geschäft machen könnten. Im März 2000 eröffneten wir die Firma ColiBri Optic + Akustik in Harrislee. Nach 6 Jahren wurde uns langweilig. Wir kauften unseren Mitbewerber in Harrislee und nun haben wir auch noch die sichtbar GmbH an der Backe. Dat war Dat. |
Metamorphose, oder wie aus Stephan Schnups wurde So ein letztes Mal für die, die tatsächlich noch nicht wissen sollten, warum mich manche lieben Menschen Schnups oder Schnupsi nennen. Als Kind war ich immer recht klein im Vergleich zu Gleichaltrigen. Mit 16 maß ich doch schon gewaltige 1,63m. Darum nannten mich meine Eltern wohl gerne Pupsi. Der Herrjott sei jetrommelt und jefiffen, dass daraus irgendwann mal Schnupsi wurde. So nannte mich auch meine herzallerliebste Schwester. Im zarten Alter von 13 Jahren waren meine Eltern im Urlaub und wir machten eine geile Party zuhause. Im Kreise meiner Freunde rutschte ihr dann der Schnupsi raus und war gebohren. Mit 21 habe ich meinem Freundes und Bekanntenkreis dann doch davon überzeugen können, das „i“ am Ende weg zu lassen. Für so manchen davor werde ich wohl ewig der Schnupsi bleiben. Für den, der wirklich bis zum Ende hier gelesen hat, danke für die Aufmerksamkeit. Euer Schnups. |
|
Bilder aus der Jugend von Stephan ! |
|








